IFRS ist die Abkürzung für die „International Financial Reporting Standards“, was übersetzt soviel wie „Internationale Bilanz- oder Geschäftsberichtserstattung“ heißt. Verstanden werden hierunter internationale Grundsätze und Richtlinien über die Aufstellung und Darstellung des Jahresabschlusses und des Geschäftsberichtes von Unternehmen.

Vom Grundsatz her sind die IFRS quasi internationale Rechnungslegungsvorschriften. Sie gehen jedoch weit über das traditionelle Rechnungswesen hinaus. Bis vor wenigen Jahren wurden die IFRS auch noch als IAS (International Accounting Standards) bezeichnet, aber aufgrund der – im Vergleich zur bisherigen Rechnungslegung – wesentlich umfangreicheren Berichterstattungspflicht, insbesondere von kapitalmarktorientierten Unternehmen, wurde auch der Name der Standards angepasst.

In der Zeit des stark wachsenden internationalen Kapitalmarktes, der Zeit der internationalen mergers & aquisitions von Unternehmen, in der Unternehmen überall in der Welt agieren und präsent sind, werden auch an das Rechnungswesen von Unternehmen ganz neue Herausforderungen gestellt. Diese Unternehmen insbesondere die Konzerne müssen in aller Regel einen Konzernabschluss aufstellen. In diesem Konzernabschluss sind die Jahresabschlüsse aller mit dem Konzern verbundenen Unternehmen zusammengefasst und weisen das Jahresergebnis des Konzerns insgesamt aus. Um diesen Konzernabschluss aufstellen zu können müssen also die Geschäftsvorfälle der ganzen verbundenen Unternehmen so aufbereitet sein, dass sie ein sinnvolles einheitliches Ergebnis darstellen. Es muss also auf einem Rechnungslegungssystem aufgebaut sein, dass länderunabhängig einheitliche internationale Regelungen aufstellt. Ein solches System, welches sich international auch durchgesetzt hat, sind die IFRS. Würde man keinen solchen einheitlichen Rahmen für die einzelnen Jahresabschlüsse der Tochterunternehmen haben, wären die einzelnen Jahresabschlüsse aufgrund der unterschiedlichen nationalen Rechnungslegung in den einzelnen Ländern zu wenig transparent und das Konzernergebnis wäre zu stark verfälscht. Eine transparente Darstellung der einzelnen Jahresabschlüsse ist zwingend erforderlich um eine sinnvolle und richtige Konzernsteuerung zu ermöglichen und um dem Kapitalmarkt und den Investoren einen aussagefähigen und aussagekräftigen Konzernabschluss und Geschäftsbericht zu präsentieren. An der Börse notierte Unternehmen müssen ihren Aktionären heutzutage regelmäßig Quartals- und Halbjahresberichte offen legen. Das bedeutet die Geschäftsvorfälle aller Töchterunternehmen eines Konzerns müssen innerhalb kürzester Zeit reported, konsolidiert und zu einem Konzernabschluss zusammengefasst sein. Eine so schnelle Berichterstattung ist ohne einheitliche Rechnungslegung wie die IFRS sie darstellen, undenkbar.

Bei den IFRS finden über das traditionelle Zahlenwerk, also Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung, noch weitere Berechnungen und insbesondere immer mehr verbale Beschreibungen und Erläuterungen Einzug in den Jahresabschluss der Konzerne.Durch international gültige Vorschriften wie die IFRS sie bieten, ist es den Anlegern möglich sich ein aussagekräftiges Bild über die Vermögens-, Finanz-, und Ertragslage der Unternehmen zu machen.

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